Wofür braucht jede Belegschaft einen Betriebsrat und was hat Euer Betriebsrat bisher geleistet?

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Häufig sind es einschneidende Ereignisse, die zur Bildung eines Betriebsrats führen. In unserem Betrieb war es 2009 die rechtswidrige Lohnkürzung durch den Arbeitgeber. Hier wurde vielen Kolleginnen und Kollegen klar, dass man als Einzelkämpfer seine Rechte nur sehr schwer durchsetzen kann.

Zusammen ist man aber nicht nur grundsätzlich stärker, der Gesetzgeber räumt einem Betriebsrat auch erhebliche Rechte ein.

Durch Mitbestimmungsrechte ergeben sich Gestaltungsmöglichkeiten mit Hilfe von Betriebsvereinbarungen (BV).

Beispiele hierfür sind unsere:

  • BV „Arbeitszeitkonten“
    (regelm. Einkommen unabhängig von Abo-Entwicklung, Vorteile für Springer und Minijobber)
  • BV “Interne Stellenausschreibung“
    (gerechtere Vergabe begehrter Bezirke an bereits beschäftigte Zusteller)
  • BV „Urlaubsgrundsätze“
    (Vermeidung und Lösung von Konflikten bei der Urlaubsplanung)
  • BV „Lohn"
    (Umstellung von Stück- auf Stundenlohn)

Mindestens ebenso wichtig sind aber auch Erfolge, die keinen Niederschlag in einer Betriebsvereinbarung gefunden haben:

  • Die Arbeitszeitberechnung per Simulation durch das Geoinformationssystem „Sabris“ konnte bisher verhindert werden. Wir konnten nachweisen, dass das System gegenwärtig zur Lohnberechnung unbrauchbar ist.
  • Durch die Kooperation mit der Rheinischen Post waren Arbeitsplätze in Gefahr. Für betroffene Zusteller/innen konnten entstehende Nachteile durch individuelle Lösungen über einen Sozialplan und Interessenausgleich ausgeglichen werden.
  • Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für Fahrradzusteller
  • Durchführung eines Selbstbehauptungskurses
  • Mehr Einflussmöglichkeiten auf die Auswahl von Arbeitsmitteln (Jacken, Taschen, etc.)
  • Organisation von Druckhausbesichtigungen
  • Kontrolle interner Stellenausschreibungen

Ganz besonders wichtig ist die Beratung bei individuellen Problemen wie z.B.:

  • Verständnis und Kontrolle der Lohnabrechnungen
  • der Urlaubsplanung
  • Spannungen mit Vorgesetzten
  • Probleme an den Lieferstellen
  • Regulierung von Schäden, die während der Zustellung entstanden sind
  • Klärung bei Fragen zu Hinzuverdienstgrenzen

Allein durch die Existenz eines Betriebsrats verbessert sich die rechtliche Stellung der kompletten Belegschaft. So muss bei einer vom Arbeitgeber geplanten Kündigung der Betriebsrat vorher angehört werden. Eine Hürde, die schon manche Kündigung verhindert hat.

Wir wissen nicht was die Zukunft bringt.

Kontakte zu anderen Zustellgesellschaften zeigen aber, dass die Arbeitsbedingungen in Gesellschaften ohne Betriebsrat häufig deutlich schlechter sind (z.B. Umgehung des Mindestlohns durch Arbeitszeitvorgabe mit Hilfe einer Simulation). Daher nochmals:

Beteiligt Euch rechtzeitig an der Wahl!