Immer wieder wird der Betriebsrat gebeten, bei der Durchsetzung von Ansprüchen an den Arbeitgeber behilflich zu sein.

Als Arbeitnehmervertretung ist der Betriebsrat natürlich gerne bereit, sich auch für individuelle Wünsche der Kollegen einzusetzen. Häufig geht es um Urlaubsanträge oder Lohn- bzw. Sachforderungen. Es sind aber auch etliche andere Bereiche vorstellbar. Oftmals hat dann schon ein klärendes Gespräch mit dem Arbeitgeber eine zufriedenstellende Lösung ergeben.

Für ein solches Gespräch, spätestens aber, wenn gütlich keine Einigung zu erreichen ist, sind folgende Punkte entscheidend:

  1. Es ist extrem wichtig, alle Anfragen, Anträge und Forderungen an den Arbeitgeber schriftlich einzureichen, auch wenn es bisher nie Probleme gab. Der rheinische Grundsatz „et hätt noch immer jot jejange“ kann Euch hier viel Geld kosten. Eine Mail reicht in der Regel schon aus - gerne mit dem Betriebsrat in „cc“. Im Zweifel seid Ihr in der Beweisnot. Außerdem kommt es bei schriftlichen Anfragen deutlich seltener zu Missverständnissen und deshalb auch zu weniger Konflikten.
  2. Mit Druck oder sogar strittig kann man seine „Ansprüche“ natürlich nur durchsetzen, wenn es um echte Ansprüche und nicht um Kulanzleistungen geht. Eine erste Einschätzung zu dieser Fragestellung wird Euch sicher der Betriebsrat geben. Eine Rechtsberatung kann er aber nicht leisten.
  3. Macht Euch nicht selbst angreifbar. Nur wer sich selbst an alle Regeln und Gesetze hält, kann dies auch von seinem Vertragspartner erwarten.

Wenn Ihr Euch an diese Punkte haltet, dann bekommt Ihr für Eure gute Arbeit auch alle Euch zustehenden Gegenleistungen.