Nach mehren Verhandlungsrunden hat der Betriebsrat mit dem Arbeitgeber eine neue Betriebsvereinbarung“ „Lohnbestandteile“ abgeschlossen.

Was konnte erreicht werden?

Der wichtigste Erfolg für alle Zusteller ist die Erhöhung sämtlicher Stücklöhne und Nachtzulagen um 2% (jeweils auf volle Cent gerundet).
Bei Neueinstellungen wird das vorhandene Lohnmodell durch zusätzliche Lohnklassen erweitert. Die teils extrem großen Lohnsprünge an den Lohnklassengrenzen wurden so reduziert.
Die Betriebsvereinbarung gilt ab dem 01.05.2013. Dementsprechend gibt es die Lohnerhöhung bereits mit der Lohnabrechnung für den Monat Mai.
Der Arbeitgeber wird Euch die Betriebsvereinbarung noch zukommen lassen. (Die Smartphone-Nutzer unter Euch können sich diese mit Hilfe des QR-Codes auf Seite 3 herunterladen)
Die Betriebsvereinbarung ist aber natürlich auch Thema auf der nächsten Betriebsversammlung (Einladung siehe letzte Seite).

Warum konnte nicht mehr erreicht werden?

Unstrittig ist, dass das klassische Tageszeitungsgeschäft vor großen Herausforderungen steht.
In Zukunft wird die Konkurrenz durch Informationsangebote über andere Medien, besonders das Internet, noch zunehmen.
Die Verleger versuchen daher überall zu sparen. Lohnerhöhungen bekommt nur derjenige, der dies mit entsprechenden „Druckmitteln“ durchsetzen kann. Unsere „Druckmittel“ waren hauptsächlich die Kosten einer möglichen Einigungsstelle.
Ein bei weitem effektiveres Druckmittel wäre natürlich eine Streikdrohung gewesen. Dieses häufig erfolgreiche Mittel steht dem Betriebsrat aber rechtlich nicht zur Verfügung. Es ist den Gewerkschaften vorbehalten.
Hier sind alle Zusteller gefragt, durch Organisation in einer Gewerkschaft die Macht der Zusteller zu stärken.
Kurzfristig erhoffen wir uns Unterstützung durch die Politik. Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns würde wahrscheinlich für viele Zusteller eine nennenswerte Lohnerhöhung erzwingen.
Daher gilt die Betriebsvereinbarung auch bei einer solchen Einführung automatisch als gekündigt.

Resümee und Ausblick:

Die jetzige Lohnerhöhung erscheint bescheiden. Dies besonders, da die letzte Lohnerhöhung 2007 schon geraume Zeit zurück liegt.
Bereits mit der vorherigen Betriebsvereinbarung „Lohnbestandteile 2012“ haben wir die Rücknahme der rechtswidrigen Lohnkürzung von 2009 bewirkt. Jetzt gibt es endlich wieder eine echte, wenn auch geringe Lohnerhöhung.
Wir sind sicher, dass es diese Erfolge ohne einen Betriebsrat nicht gegeben hätte.
In Zukunft kann der Kampf für eine faire Entlohnung nur erfolgreich geführt werden, wenn möglichst viele Zusteller, z.B. durch den Eintritt in eine Gewerkschaft und die Unterstützung des Betriebsrats, gemeinsamen Zielen Nachdruck verleihen.
Ein erster wichtiger Punkt wäre hier die Teilnahme an der nächsten Betriebsversammlung.