Soll man dem Arbeitgeber eine anerkannte Schwerbehinderung melden, ja oder nein?
Die Antwort ist eindeutig: JA!!!

Menschen bei denen ein Grad der Behinderung von mindestens 50% vorliegt, gelten als schwerbehindert. Sie erhalten einen Schwerbehindertenausweis.
Immer noch gibt es gesundheitlich eingeschränkte Kolleginnen und Kollegen, die nicht den Mut haben, dem Arbeitgeber ihre Schwerbehinderung mitzuteilen. Leider befürchten hier viele immer noch Nachteile und verzichten damit auch auf ihre Vorteile. Dies ist falsch, denn gerade diese Kolleginnen und Kollegen sind durch das SGB IX besonders geschützt, egal ob Haupt- oder Nebenjob.
Das kann für die Zustellerinnen und Zusteller wichtig sein, die aufgrund ihrer Behinderung langsamer in ihrem Bezirk unterwegs sind als diejenigen ohne Behinderung.
Wo sind die Vorteile?
Schwerbehinderte ab einem Grad von 50% haben einen besonderen Kündigungsschutz, wenn sie länger als 6 Monate im Betrieb beschäftigt sind. Weiterhin steht ihnen ein Sonderurlaub von (bei uns) 6 Tagen Urlaub zu (§125 Abs. 1 SGB IX).
Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem Grad der Behinderung unter 50% haben Vorteile. Behinderte mit einem Grad der Behinderung unter 50%, aber von mindestens 30% oder 40% können auf Antrag schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden. Hierzu müssen Sie bei der Agentur für Arbeit einen Gleichstellungsantrag stellen.
Grundsätzlich erlangt man mit einer Gleichstellung den gleichen Status wie schwerbehinderte Menschen. Sie erhalten dann auch den besonderen Kündigungsschutz, aber nicht den Zusatzurlaub.
Wenn ihr euch unsicher seid, fragt die Schwerbehindertenvertretung. Diese steht für Gespräche und Hilfestellung gerne zur Verfügung. Dies gilt auch bei Kolleginnen und Kollegen, die nicht als schwerbehindert gelten.
Sie steht allen Mitarbeitern mit Rat und Hilfe zur Verfügung, die gesundheitliche Probleme haben, auch wenn es z. B. darum geht, einen Antrag auf Schwerbehinderung oder Gleichstellung zu stellen.