Falls Du mal länger als 6 Wochen arbeitsunfähig bist, dann gibt es einige Punkte, die Du bedenken solltest.

Der Arbeitgeber hat auch nach 6 Wochen noch ein Recht darauf, sich Deine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen zu lassen. Nun hast Du zwei Möglichkeiten:

  1. Wenn Du bei Deiner Krankenkasse Krankengeld beantragt hast, dann erhältst Du von dieser einen Auszahlschein. Diesen Auszahlschein muss Dein Arzt alle 14 Tage ausfüllen, mit der voraussichtlichen Dauer der Arbeitsunfähigkeit und der Diagnose. Du kannst diesen Auszahlschein kopieren, die Diagnose „schwärzen“, erneut kopieren und diese Kopie an Deinen Bezirksleiter weiterreichen.
  2. Dein Arzt kann Dir auch weiterhin Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen, in der Regel fallen hierfür extra Gebühren an. Diese muss der Arbeitgeber Dir erstatten!

Diese Option ist für alle Mini-Jobber wichtig, denn Mini-Jobber haben keinen Anspruch auf Krankengeld, können aber, wie alle anderen auch, ggf. bei Arbeitsunfällen Anspruch auf Zahlungen aus der gesetzlichen, einer privaten oder der Gruppenunfallversicherung des Arbeitgebers haben.

Was sonst noch wichtig ist …

  • Arbeitsunfähigkeitstage dürfen nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden; dies gilt auch, wenn ein Arbeitnehmer während seines Urlaubs arbeitsunfähig wird.
  • Der Arbeitgeber muss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht akzeptieren, wenn er (berechtigte) Zweifel daran hat. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Arbeitnehmer vorher eine Arbeitsunfähigkeit androht oder er beim Arbeiten während einer Krankschreibung erwischt wird. Der Arbeitgeber kann dann eine Untersuchung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen veranlassen.

Arbeitsunfähigkeit schützt nicht prinzipiell vor einer Kündigung. In Frage kommt hier vor allem eine krankheitsbedingte Kündigung bei häufigen Kurzerkrankungen (ab 45 Krankheitstage pro Jahr) oder bei Langzeiterkrankungen, bei denen in den nächsten 24 Monaten nicht mit einer Heilung gerechnet werden kann (Urteil des BAG 1992).