Ab 01.01.2016 steigt der gesetzliche Mindestlohn für uns Zeitungszusteller von 6,38 EUR/h auf 7,23 EUR/h. Ein Schritt in die richtige Richtung, mehr nicht.

Unser gesetzlicher Mindestlohn liegt dann noch immer 15% unter dem gesetzlichen Mindestlohn in allen anderen Branchen. Für viele bedeutet dies aber trotzdem eine deutliche Lohnerhöhung und damit eine erfreuliche Nachricht. Aber aufgepasst:

Eile ist bei allen Kolleginnen und Kollegen geboten, bei denen der Lohn einen bestimmten Betrag nicht übersteigen soll.

Gründe können Hinzuverdienstgrenzen bei verschiedenen Sozialleistungen, Rentenzahlungen und z.B. im Unterhaltsrecht sein.
Der häufigste Grund dürfte aber die 450 EUR Grenze bei der Sozialversicherung sein.
Bis zu einem regelmäßigen Entgelt von 450 EUR pro Monat werden keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Dies entspricht 5400 EUR im Jahr.
Nacht- bzw. Feiertagszulagen und Kilometergeld werden hier nicht eingerechnet.
Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld müssen allerdings berücksichtigt werden.

Ohne sonstige Zahlungen beginnt 2016 spätestens ab einer täglichen Arbeitszeit von ca. 2h 25min die Sozialversicherungspflicht. Wollt Ihr diese vermeiden, dann solltet Ihr möglichst schnell aktiv werden. Sprecht umgehend Eure/n Bezirksleiter/in an und sucht zusammen eine Lösung.

Theoretisch wäre es natürlich am einfachsten, Euren Bezirk entsprechend kleiner zuzuschneiden. Der dann abgetrennte Bereich muss aber auch weiter versorgt werden. Vielleicht kennt Ihr sogar einen Kollegen in einem angrenzenden Bezirk, der gerne ein paar Euro mehr verdienen würde.
Grundsätzlich ist ein neuer Zuschnitt mehrerer Bezirke aber mit viel Aufwand für die Bezirksleiter verbunden. Meldet Euch darum nicht erst, wenn das Problem mit der Januarabrechnung bei vielen Betroffenen gleichzeitig überdeutlich wird. Eine gute Lösung braucht etwas Vorlauf. Vielleicht findet Ihr zusammen mit Eurem Bezirksleiter aber auch andere kreative Möglichkeiten.
Bei einer langfristig guten Lösung sollte man schon jetzt berücksichtigen, dass zum 01.01.2017 unser Mindestlohn auf 8,50 EUR/h steigen wird. Dann entsteht Sozialversicherungspflicht schon bei ca. 2 Stunden Arbeitszeit pro Tag.
Je früher Ihr Euch Gedanken macht, umso größer ist die Chance, einen für Euch optimalen Weg zu finden.