Der Betriebsrat hat schon mehrfach, zuletzt in der letzten SammelSpitze (Nr. 13) und auf den Betriebsversammlungen, über systematische Fehler bei den Lohnabrechnungen berichtet.

Leider haben wir aktuell keinen Anhaltspunkt dafür, dass mit der aktuellen Lohnabrechnung auch nur ein einziger der angesprochenen Fehler korrigiert wurde. Wir lassen uns hier aber gerne positiv überraschen.
Es kommen wohl sogar noch einige systematische Fehler hinzu, die der Betriebsrat in der nächsten Zeit mit der Geschäftsführung abklären wird (z.B. Vergütung der Feiertagszulage bei Lohnfortzahlungen an Feiertagen, allgemeine Berechnung der Tagessätze bei Lohnfortzahlungen, Bezahlung der zusätzlichen Zustellung z.B. der „Zeit“, wenn die Zustellung aufgrund eines Feiertages auf einen anderen Wochentag verlegt wird).
Ob der zusätzliche Zustelltag bei der „Zeit“ im Februar korrekt, wie mit der Geschäftsführung abgesprochen, vergütet wurde, stand bei Redaktionsschluss dieser SammelSpitze auch noch nicht endgültig fest. Kollegen mit Mindestlohnaufstockung sollten davon unabhängig einen Mehraufwand für die Zustellung auf jeden Fall melden.

Wie kann es zu dieser Fehlerhäufung kommen?
Man kann hier sicher viel spekulieren. Klar ist, dass sicher auch das Lohnbüro am Rande der Belastungsgrenze arbeitet. Ist ein Fehler erst einmal passiert, bedeutet die Korrektur aber meist sogar einen mehrfachen Aufwand (bei der Mindestlohnaufstockung an Feiertagen muss nun z.B. die fehlerhafte Fehlerkorrektur wieder korrigiert werden), ein Teufelskreis.
Es kommt aber ein entscheidender Punkt hinzu: Vor der kompletten Auslagerung des Lohnbüros nach Halle gab es in Köln bei Problemen direkte Ansprechpartner für unseren Arbeitgeber, aber auch für den Betriebsrat. Der direkte und persönliche Kontakt ist immer das beste Mittel, um Probleme bereits im Vorfeld aus dem Weg zu räumen. Der Betriebsrat hat seit der Verlagerung nach Halle darum gebeten, auch dort einen Ansprechpartner genannt zu bekommen. Dieser direkte Kontakt wurde bisher stets verweigert.

Wie soll der einzelne Zusteller reagieren?
Habt ihr individuelle Fehler in Euren Abrechnungen, so solltet ihr unverzüglich Widerspruch gegen die Abrechnung einlegen.
Bei den vom Betriebsrat bereits benannten systematischen Fehlern haben wir die Zusage der Geschäftsführung, dass diese rückwirkend behoben werden und dadurch letztendlich keinem Zusteller ein Nachteil entsteht.
Hierzu wurde abgesprochen, dass dieser Lohnabrechnung ein Schreiben der Geschäftsführung beigelegt wird, in dem die Geschäftsführung zusichert, in diesen Fällen auf die Anwendung von Verjährungs- oder Ausschlussfristen zu verzichten.
Wenn Ihr eine solche Zusicherung in den Händen habt, habt Ihr auf jeden Fall keinen Zeitdruck mehr. Natürlich bleibt es weiter ärgerlich, ggf. auf Zahlungen warten zu müssen.
Der Betriebsrat empfiehlt hier aber trotzdem, dem Arbeitgeber noch die Möglichkeit zu geben, die eigenen Fehler ohne Rechtsstreit aus der Welt zu räumen.
Mehrere der vom Betriebsrat benannten Fehler führen in gewissen Kombinationen zu einem Stundenlohn unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Ein Arbeitgeber, der den Mindestlohn vorsätzlich nicht sicherstellt, handelt ordnungswidrig. Hier können Geldbußen bis 500.000€ erhoben werden. Der Arbeitgeber muss daher schon aus Selbstschutz bald aktiv werden.