Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen - und manchmal kann eine besondere Maßnahme Sonderurlaub sein. Doch was genau ist das und wann bekomme ich wie viel davon?

Zu den allgemein anerkannten Gründen, bei denen der Arbeitgeber in der Regel bezahlten Sonderurlaub gewährt, zählen insbesondere

  • Niederkunft der Ehe- oder Lebenspartnerin (1 Arbeitstag)
  • Eigene Hochzeit (1 Arbeitstag)
  • Silberhochzeit / Goldene Hochzeit (1 Arbeitstag)
  • Tod eines nahen Angehörigen wie Ehe- oder Lebenspartner, Kinder und Eltern (2 Arbeitstage)
  • 25- und 40jähriges Arbeits- bzw. Dienstjubiläum (1 Arbeitstag)
  • Erfüllung staatsbürgerlicher Rechte und Pflichten wie Zeugenaussagen vor Gericht oder Wahlen (für die notwendige Dauer)
  • Teilnahme an Veranstaltungen von Gewerkschaften oder Berufsverbänden (für bis zu 10 Arbeitstage)
  • schwere Erkrankung von Angehörigen im Haushalt (1 Arbeitstag), Kindern oder Betreuungspersonen der Kinder (4 Arbeitstage pro Kind), wenn keine andere Betreuungsperson verfügbar ist

Obige Beispiele folgen aus dem §616 BGB („Vorübergehende Verhinderung“). Es gibt aber noch weitere Gründe, die eine „vorübergehende Verhinderung“ für uns Zeitungszusteller darstellen.

Beispielsweise haben wir ein massives Problem, wenn unser Fahrzeug defekt, oder das Wetter einfach so schlecht ist, dass eine Zustellung nicht möglich ist. Gerade die idyllisch gelegenen Randgebiete versinken so manches Mal in Schnee und Eis, während es in Köln noch angenehm warm und trocken ist.

Von diesen Fällen - Schlechtwetter, Ausfall von Arbeitsmitteln - ist die „unbezahlte Freistellung von der Arbeit“ zu unterscheiden, z.B. bei Erkrankung von Kindern und Betreuung von Angehörigen.

Alle Beschäftigten haben z.B. nach § 45 SGB V (Fünftes Sozialgesetzbuch) grundsätzlichen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit, wenn sie sich zu Hause um ein erkranktes Kind kümmern müssen. Die Freistellung ist dabei pro Jahr bei einem Kind auf 10 Arbeitstage, bei mehreren Kindern auf 25 Arbeitstage beschränkt. Bei Alleinerziehenden verdoppelt sich dieser Anspruch auf 20 bzw. 50 Arbeitstage, bei Kindern mit Schwerstbehinderung oder unheilbarer Krankheit im fortgeschrittenen Stadium besteht ein unbegrenzter Freistellungsanspruch. Das Einkommen während dieser Zeit wird durch Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Arbeitseinkommens ersetzt, wenn der Beschäftigte gesetzlich krankenversichert ist.