Euer Betriebsrat hat bereits unmittelbar nach der Weihnachtsgeldzahlung für 2015 die falsche Berechnung angemahnt. Nun sind die korrekten Ansprüche der Kollegen/innen endlich berechnet.

Das Lohnbüro hatte das Weihnachtsgeld nicht auf Basis der in unserer Betriebsvereinbarung „Lohn“ festgelegten Monate berechnet. Es zeigte sich aber, dass ein noch größerer Fehler dadurch entstanden ist, dass das Lohnbüro bei Zustellern mit Vertretungseinsätzen oder zusätzlichen Kurier- und Kontrollfahrten das Weihnachtsgeld nicht automatisch berechnen konnte. Hier war der manuelle Eingriff der Bezirksleiter erforderlich. Bei mehreren hundert zu kontrollierenden Abrechnungen konnte das nicht fehlerfrei passieren. Euer Betriebsrat hat die nun erstellte Korrekturliste stichprobenartig überprüfen dürfen. Im Ergebnis haben viele Kollegen/innen deutlich zu wenig bekommen, in Einzelfällen €200,00 oder mehr. Es haben aber auch viele, sicher ohne es zu merken, zu viel Geld erhalten.
In vielen Verträgen stehen für Forderungen an den Arbeitgeber Ausschlussfristen. Häufig sind diese aber unwirksam, weil sie entweder zu kurz sind, oder den Arbeitnehmer benachteiligen. In Absprache mit dem Betriebsrat hat der Arbeitgeber zusätzlich schon vor Monaten auf die Anwendung von eventuell doch wirksamen Ausschlussfristen verzichtet. Erfreulicherweise für die Kollegen/innen muss er sich bei eigenen Forderungen aber selbst an für Arbeitnehmer unwirksame Fristen halten. Er kann zu viel gezahltes Geld nicht mehr so einfach zurückfordern.
Nun das Gute:
Mit der Euch nun vorliegenden Lohnabrechnung für Juni sollen die erforderlichen Nachzahlungen erfolgt sein. Eine Rückforderung soll nicht stattfinden.
Der Arbeitgeber hält sich hier also an Recht und Gesetz.
Warum muss man dies überhaupt bemerken? Natürlich ist es für den Arbeitgeber ärgerlich, Überzahlungen nicht (mehr) zurückfordern zu können. Viele Arbeitgeber nutzen daher Ihre Macht und halten die Beträge bei der nächsten Zahlung einfach ein. Der AN muss dann klagen. Diesen Ärger hat uns unser AG (vielleicht auch auf Druck des BR) erfreulicherweise erspart.
Bei der großen Anzahl an Lohnabrechnungen wäre es trotzdem verwunderlich, wenn diese zu 100% fehlerfrei wären.
Kontrolliert daher die Juniabrechnung besonders genau (siehe auch Artikel „Kulante Feiertagsnachzahlung“) . Euer Betriebsrat ist Euch dabei natürlich jederzeit behilflich. Besonders bietet sich hier die passende themenbezogene Sprechstunde am 18.07.2016 an (siehe Terminkalender).