Was genau passiert eigentlich, bis wir „endlich“ unsere Zeitungen bekommen?

Wenn die Fahrer/innen zum Verlag kommen, holen sie sich als Erstes die tagesaktuellen Listen ihrer Touren. Dann beginnt das große Suchen. In der ersten Halle kommen in der Regel alle Produkte vom KSTA, egal welche Ausgabe, vom Band. Wenn eine Tour auf der digitalen Anzeige angezeigt wird, kann der Fahrer an das Band fahren und die Pakete und Spitzen zählen und einladen, jeden Tag eine andere Anzahl. In der nächsten Halle liegen die Rundschau, die Fremdobjekte verpackt in den Sammelspitzen, der Express, der Kicker, Die Zeit usw.

An manchen Tagen gibt es keine Wartezeit und alles funktioniert reibungslos, an anderen Tagen heißt es warten wegen Druckverzögerung, an wieder anderen Tagen fehlen Pakete, die bei der „Post“ dann per Hand zusammen gestellt werden müssen. Wir erkennen das immer wenn auf einem Paket handschriftlich z.B. vermerkt ist: „Bezirksnummer xxx 19 KR“

Im optimalen Fall sind die Fahrer dann vor der geplanten Abfahrtszeit schon draußen auf der Anfahrt zur Tour. Manche Touren haben einen weiteren Anfahrtsweg, andere sind „nur die Ecke“. Manche Touren haben jede Menge Abladestellen, andere nur einige wenige.

Anschließend beliefern unsere Fahrer noch Großkunden wie Altenheime, große Firmen etc. Da geht es schnell. Einfach nur Pakete abliefern, fertig.

Viele Fahrer starten anschließend zu einer zweiten Tour, genau der gleiche Ablauf, nur alles etwas hektischer. Wenn bei der ersten Tour schon ein paar Minuten Verzögerung entstanden sind, kann das bei der zweiten Tour kaum noch aufgefangen werden. Auch kann es bei sehr viel Verspätung passieren, dass nicht mehr an das Band in der Halle angesetzt werden kann, sondern es wurde schon „abgebockt“, d.h. der Fahrer muss die Pakete selber schleppen.

Wenn Fahrer zu spät kommen, zahlen sie dafür Strafe. Sobald im Verlag selbst die Verspätung entstanden ist, könnten die Fahrer, bevor sie den Verlag verlassen, ihre Listen noch mit Uhrzeit abstempeln lassen, um Wartegeld zu bekommen. Aber wenn sie das tun, kommen sie noch später raus und die Zusteller/innen müssen noch länger warten. Deshalb verzichtet manch einer auf diese Stempel.

Doch was, wenn auf der Autobahn ein Unfall passiert ist und man im Stau steht? Was, wenn auf einmal eine Straße gesperrt ist wegen einer Baustelle? Die Fahrer und Fahrerinnen haben ihre festen Touren und so manches Mal fahren sie schneller als sie dürften. Doch wozu? Damit wir nicht meckern? Damit wir pünktlicher unsere Zeitungen bekommen, als es eigentlich möglich wäre?
Es wird Zeit für ein DANKE von uns an unsere Fahrerinnen und Fahrer.

Bei der kommenden Druckhausbesichtigung haben wir Zusteller/innen die Möglichkeit unsere Hallen mal mit anderen Augen zu sehen, wissen wir doch jetzt, dass unsere Fahrer/innen jede Nacht für uns hier sind und suchen und suchen und suchen.