…um zu arbeiten, hat dafür unter Umständen einen gesetzlichen Anspruch auf einen Zuschlag für die zusätzlichen körperlichen Belastungen. Diese „Nachtarbeitszulage“ ist zurzeit in der Zustellbranche ein großer Zankapfel zwischen Arbeitgebern und Zustellern/Innen.

Euer Betriebsrat hat deshalb schon vor geraumer Zeit eine Umfrage Online gestellt, an der man noch teilnehmen kann (falls Du noch nicht dabei bist: Einfach auf unsere Homepage www.betriebsrat-rzz-krl.de gehen und dort auf das Feld „Umfragen“ klicken. Hier gibt es alle weiteren Hinweise). Außerdem verhandelt Euer BR schon seit längerem mit dem Arbeitgeber über eine vielleicht doch noch mögliche einvernehmliche Lösung des Problems.

Dieses ist durch die Einführung der „Mindestlohn-aufstockung“ aufgetreten, auf die nach Meinung der Arbeitgeber keine Nachtzulage gezahlt werden muss, auch wenn sie in immer mehr Bezirken einen wesentlichen Teil der Entlohnung ausmacht.

Der zugehörige Arbeitgeberverband (BDZV) ist nämlich der Auffassung, dass erst dann auch auf diese Aufstockung eine Nachtzulage gezahlt werden muss, wenn sie in etwa 50% oder mehr des Lohnes in einem Bezirk ausmacht. Genauer, wenn bezogen auf den Gesamtlohn (Zustelllöhne und Aufstockung) die Marke von 10% Nachtarbeitszulage nicht mehr erreicht wird (bei den Zustelllöhnen sind - je nach Objekt – laut Betriebsvereinbarung ca 20% zu zahlen! Die BV kennt überhaupt keine Nachtzulagen wesentlich unter 20%!).

Dem widerspricht allerdings ein Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom 09.12.2015, in dem 30% für dauerhafte Nachtarbeit als angemessen festgelegt werden. Zu all dem wurde hier mehrfach berichtet (siehe vorherige Ausgaben – die entsprechenden Artikel findet man auch auf der Homepage).

Besonders ärgerlich war die Argumentation der Anwältin unseres Arbeitgebers als ein Kollege vor einiger Zeit in einem noch laufenden Verfahren unter anderem diese Frage der Nachtzulage klären lassen wollte: Zusteller seien ja gar keine richtigen Nachtarbeiter, sie müssten lediglich etwas eher aufstehen als andere Menschen. Bist Du auch dieser Meinung? Viele Kollegen/Innen sind es jedenfalls nicht, sondern sehr verärgert über diese Geringschätzung der körperlichen Herausforderungen unserer Arbeit!

Deshalb möchte Euer BR heute noch einmal auf folgende Möglichkeit hinweisen: Ebenfalls auf der Homepage findest Du ein Formular (samt allen nötigen Erläuterungen), mit dem man zumindest der Sichtweise des Arbeitgebers klar widersprechen und für sich den entsprechenden Differenzbetrag an Nachtzulage einfordern kann. Denn: Selbst wenn noch eine Verhandlungslösung gefunden wird, würde diese wohl kaum drei Jahre rückwirkend gelten. Wer untätig bleibt, verliert also unter Umständen erhebliche Lohnansprüche!

Dein BR versucht dennoch, den Arbeitgeber auf dem Verhandlungsweg von etwas mehr Anerkennung der Nachtarbeit (natürlich auch in finanzieller Hinsicht) zu überzeugen.

Deine Meinung hilft dabei allerdings sehr! Ganz egal ob sie durch Teilnahme an der Umfrage oder durch Einreichen des Widerspruchs oder am besten auf beiden Wegen dokumentiert wird!