3:30 Uhr. Wie immer im Auto auf dem Weg zur Abladestelle. Von weitem sind die gelben Warn-Wetter-Jacken am Straßenrand schon sichtbar. Das ist keine Polizei bei der PKW-Kontrolle. In den Jacken stecken Zusteller.

Eigentlich müssten sie längst in ihrem Bezirk auf Tour sein und vielleicht 10, 50 oder sogar noch mehr Zeitungen gesteckt haben. Was ist geschehen?

Die Zeitungen wurden wieder einmal nicht pünktlich angeliefert. Deshalb ist Warten angesagt. Welche Gründe gibt‘s dafür? Wurde der Andruck wegen wichtiger Ereignisse, z.B. einer Wahl oder eines Fußballspiels verschoben? Wahrscheinlich sind die Nachrichten so wichtig, dass man sie längst im Radio gehört hat. Oder gab es Pannen beim Druck? Streik? Vielleicht hatte der Spediteur mit dem Anlasser seines Transporters Schwierigkeiten? Hat der Fahrer längst sein Fahrzeug beladen und muss jetzt noch auf die Fremdobjekte warten?

Das alles ist schon vorgekommen. Und das Ergebnis ist immer das Gleiche. Der Kunde reklamiert die zu späte Zustellung, oft in der irrigen Annahme, dass die Schuld beim Zeitungsboten liege. Das können wir nicht gelten lassen.

Deshalb ist es wichtig, den Bezirksleiter immer über eine verspätete Anlieferung zu informieren. Nur so kann bei der Überprüfung vieler möglicher Fehler die Problemursache erkannt und z.B. durch eine Versandreklamation beseitigt werden.

Im Übrigen ist Wartezeit auch Arbeitszeit und muss nach den Regelungen in der Betriebsvereinbarung „Arbeitszeit“ gesondert vergütet werden. Abschließend sei klargestellt: Bei den zunehmend kälter werdenden Nächten macht Warten wirklich keinen Spaß.

Und nicht vergessen: Die unpünktliche Anlieferung der Zeitungen immer beim Bezirksleiter reklamieren, bevor es der Leser tut!