Falls Ihr im letzten Jahr mehr als den gesetzlichen Mindestlohn verdient habt, dann wollt Ihr dies 2017 doch bestimmt auch. Durch Regelungen in der neuen BV „Lohn“ ist das in vielen Fällen möglich.

Hier ist aber eine gewisse Eigeninitiative gefragt (siehe auch „Ihr müsst aktiv werden“ in der letzten SammelSpitze).

Voraussetzung ist, dass Ihr im Durchschnitt in den ersten 9 Monaten 2016 mehr als den gesetzlichen Mindestlohn verdient habt.

Solltet Ihr mit dem Auto zustellen (Ihr erhaltet also Kilometergeld und kein Tourengeld) und Ihr habt nur Bezirke mit Mindestlohnaufstockung getragen, dann habt Ihr auch nur den gesetzlichen Mindestlohn verdient und werdet auch 2017 den gesetzlichen Mindestlohn erhalten. Dieser ist jedoch endlich 2017 für Zeitungszusteller von €7,23 auf €8,50 angehoben worden. In diesem Fall braucht Ihr nichts zu unternehmen.

Habt Ihr allerdings auch Bezirke ohne Mindestlohnaufstockung getragen oder erhaltet Ihr Tourengeld (Ihr stellt nicht mit dem KFZ zu), dann solltet Ihr Euren durchschnittlichen Stundenlohn einmal ausrechnen.

Der Betriebsrat stellt Euch auf Anfrage (am einfachsten per Mail mit Personalnummer) hierzu gerne eine teilausgefüllte Excel-Datei mit Euren Löhnen zur Verfügung. Hier müsst Ihr „nur“ noch Eure Bezirke mit der hinterlegten Arbeitszeit und der Anzahl der Zustelltage für jeden Monat eintragen.

Wenn Ihr nicht gerade als Springer mit 20 und mehr verschiedenen Bezirken je Monat arbeitet, ist diese Aufgabe in ca. 10 Minuten erledigt.

Der Betriebsrat hat aber festgestellt, dass bei weitem noch nicht jeder Kollege mit entsprechenden Ansprüchen diese Berechnung bereits erstellt hat. Sollte diese bis Ende März nicht vorliegen, verschenkt Ihr bares Geld!

Besonders Kollegen mit Tourengeld sollten auf jeden Fall aktiv werden.

Ein Beispiel:

Tourengeld liegt häufig bei mindestens 10% der Zustellvergütung (ohne Nachtzulage), teilweise aber auch deutlich darüber. Schon bei einem 2016 gezahlten ca. 10%igen Tourengeld ergibt sich für 2017 eine Erhöhung des Stundenlohns um ca. 40 Cent.

Das hört sich zunächst nicht viel an. Arbeitet der Kollege 2 Stunden täglich, so ergeben aber schon diese 40 Cent auf das Jahr gesehen ca. €250,00. Kommen Bezirke ohne Mindestlohnaufstockung hinzu, erhöht sich dieser Betrag entsprechend.

Im Extremfall können durchaus Stundenlöhne von mehreren Euro über dem gesetzlichen Mindestlohn möglich sein.

Verschenkt also kein Geld und berechnet Euren Stundenlohn.

Der Betriebsrat ist Euch hier gerne behilflich. Fordert unsere Excel-Datei an und/oder verabredet einen Beratungstermin. Ihr benötigt allerdings Eure kompletten Abrechnungen von 01.2016 bis 09.2016 (können bei Bedarf beim Bezirksleiter angefordert werden).

Alternativ könnt Ihr diese Unterlagen auch zur Betriebsversammlung mitbringen und Euch den Besitzstand direkt ausrechnen lassen.