Menschen mit einer für das ganze Jahr anerkannten Schwerbehinderung erhalten nach §125 Abs. 1 SBG IX einen Zusatzurlaub von 6 Tagen (ab einem Grad der Behinderung von 50, bei einer 6-Tage-Woche wie bei uns Zeitungszustellern).

Diese Urlaubstage kommen zu den laut Arbeitsvertrag ohnehin zustehenden Urlaubstagen hinzu. Wird die Schwerbehinderteneigenschaft von der Versorgungsverwaltung rückwirkend festgestellt, entsteht auch ein rückwirkender Anspruch auf diesen Zusatzurlaub. Allerdings kann nur noch der für das abgelaufene letzte Kalenderjahr rückwirkend entstandene Zusatzurlaub beansprucht werden. Außerdem muss dieser Urlaub im laufenden Jahr bis zum 31.03. genommen werden (§7 Abs. 3 BUrlG).

Beispiel: Wurde im Februar 2017 eine Schwerbehinderung ab Oktober 2016 festgestellt, so stehen dem schwerbehinderten Menschen pro Monat des Jahres 2016 mit festgestellter Schwerbehinderung 0,5 Tage Zusatzurlaub zu, in unserem Beispiel also 3x0,5 Tage = 1,5 Tage. Entstehen bei dieser Berechnung Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag betragen, so werden diese auf volle Urlaubstage aufgerundet. In unserem Beispiel entsteht also ein rückwirkender Anspruch für 2016 von 2 Tagen.

Außerdem ist noch wichtig: Das Anrecht auf diesen zusätzlichen Urlaub für schwerbehinderte Menschen entsteht ohne Rücksicht auf die Kenntnis des Arbeitgebers von der Schwerbehinderung.

Das Vorliegen der Schwerbehinderung muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber jedoch durch Vorlage des Schwerbehindertenausweises nachweisen. Ohne Nachweis der Schwerbehinderung durch eine Kopie des Ausweises auch kein Anspruch auf zusätzliche Urlaubstage!.