Besser besucht als in der Vergangenheit und verbunden mit lebhaften Diskussionen wurden die beiden Betriebsversammlungen in Leverkusen und Köln durchgeführt.

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In Leverkusen konnten die Anwesenden unmittelbar im persönlichen Dialog mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Randgebieten von Leverkusen erfahren, unter welchen Bedingungen sich die Gestaltung neuer Bezirke durch die Hinzunahme vom Zeitschriften und der Rheinischen Post im Alltag umsetzen ließ.

Bemängelt wurden die teils extrem widersprüchlichen Mitteilungen über die Zu- und Abgänge der Rheinischen Post und die teils chaotische Anlieferung hinsichtlich von Zeit und Ort. Nach derzeitigen Informationen hat es hier Besserung gegeben, auch wenn alles noch nicht so glatt läuft, wie es eigentlich sein sollte. Jedenfalls ist Euer Betriebsrat bemüht – in erfreulicher Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und den Bezirksleiter*innen –, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Umgestaltung der Bezirke nicht zum Nachteil der einzelnen Zeitungsboten*innen auswirkt.

Im Mittelpunkt teils heftiger Diskussionen stand bei beiden Betriebsversammlungen die Betriebsvereinbarung „Lohn“. Dabei kam deutlich zum Ausdruck:
Die Zusteller haben nicht vergessen, dass Verleger und Gesetzgeber sie über Jahre hinweg vom Mindestlohn ausgeschlossen haben. Weder der Stundenlohn 2015 in Höhe von 6,38€ noch der Lohn pro Stunde in 2016 in Höhe von 7,23€ war eine Würdigung unserer Arbeit bei Wind und Wetter. Selbst die 8,50€ je Std. in 2017 entsprechen nicht dem derzeit allgemeingültigen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,84€. Wir fühlen uns aufgrund unserer häufig prekären Lebenssituationen ausgenutzt, und das im Namen der „Freien Presse“

Ohne obige Feststellungen widerlegen zu wollen, wurde andererseits hervorgehoben, dass die Betriebsvereinbarung „Lohn“ sehr wohl konkrete Verbesserungen, gerade angesichts sinkender Abonnenten beinhaltet; schließlich wird Arbeit zukünftig nicht mehr je zugestellter Zeitung, sondern nach Zeitaufwand honoriert.

Ein Ziel des Betriebsrates: „der Mindestlohn darf nicht zu einem Verschwinden jeder anderen Lohnentwicklung führen“ konnte unter dem Begriff „Besitzstandswahrung“ vereinbart werden. Dieser bewirkt, auch nach Überprüfung des Wirtschaftsausschusses des BR, ein höheres Einkommen 2017 für alle Zusteller*innen.

Von der Möglichkeit der Ausrechnung des Besitzstandes während der Betriebsversammlungen „…mehr Cash in de Täsch“ wurde reger Gebrauch gemacht. Bei dem einen oder anderen, der vor dem 01.01.2017 eigestellt wurde, ergab sich dann schon mal ein wesentlich höherer Stundenlohn plus garantiert 20% Nachtzulage, die man in den Jahren zuvor allgemein auf 10% abschmelzen wollte.

Bei den zahlreichen Wortmeldungen im Rodeo Leverkusen und in der kleinen kölschen Kantine am Druckzentrum wurde vor allem deutlich: Uns Zustellern wird nichts geschenkt. Wir müssen selber aktiv werden. Die Teilnahme an einer Betriebsversammlung ist ein erster Schritt. Hier gibt es das Neuste pur. Nicht sitzen bleiben, sondern aufstehen, dabei sein und mitmachen; das zeigt Wirkung.

Das Protokoll der Betriebsversammlungen mit weiteren Infos könnt Ihr Euch per Email zuschicken lassen oder auf der Homepage www.betriebsrat-rzz-krl.de nachlesen.