Falls Euch im ersten Quartal 2017 durch Urlaub oder Krankheit Lohnfortzahlungen zustehen, dann lohnt es sich, die Abrechnungen genauer anzusehen.

krankenstand

Bereits bei der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 und bei der ersten Erhöhung Anfang 2016 sind bei den Lohnabrechnungen die Lohnfortzahlungen fehlerhaft berechnet worden.

Im Bundesurlaubsgesetz ist geregelt, dass das Urlaubsentgelt sich aus dem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen bemisst.

Weiter steht im Gesetz: „Bei Verdiensterhöhungen nicht nur vorübergehender Natur, die während des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen.“

Bei Lohnerhöhungen muss der Durchschnitt also angepasst werden.Die Mindestlohnerhöhung für Zeitungszusteller 2017 beträgt immerhin 17,5%.

Auch die Lohnfortzahlung bei Krankheit muss aufgrund des Lohnausfallprinzips angepasst werden.

Leider liegen uns auch in diesem Quartal wieder mehrere Fälle vor, bei denen keine korrekte Anpassung vorgenommen wurde; und das bei einem Rekordkrankenstand, bedingt durch das steigende Durchschnittsalter der Zusteller und eine Grippewelle im Frühjahr (siehe Grafik oben rechts).

Nach Rückfrage bei unserem Geschäftsführer ist der Fehler bekannt und es wird an Korrekturen gearbeitet. Ob diese bereits mit der Euch nun vorliegenden März-Abrechnung erfolgen konnten, ist dem Betriebsrat leider noch nicht bekannt.

Erfahrungsgemäß kann es nicht schaden, hier selbst ein Auge darauf zu haben. Der Tagessatz muss mindestens €8,50/h plus ggf. Besitzstand und Nachtzulage sicherstellen.