Jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin hat im Krankheitsfall ein Recht auf 6-wöchige Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber - auch Minijobber.

Dazu muss der/die behandelnde Arzt/Ärztin ein Attest ausstellen. Dieses Attest besteht in der Regel aus drei Teilen: ein Beleg für den Arbeitgeber, ein Beleg für den Arbeitnehmer und ein Beleg für die Krankenkasse.

In der Regel muss der/die Beschäftigte selber dafür sorgen, dass jeder Beleg das vorgesehene Ziel erreicht - per Brief oder direkte Übergabe.

Nach Ablauf der 6 Wochen und weiter bestehender Arbeitsunfähigkeit zahlt dann ggf. die Krankenkasse das Krankengeld (Ausnahmen in bestimmten Sonderfällen).

Besonderheit bei Rentnern:

Auch jeder Rentner, der noch einer angestellten Beschäftigung nachgeht, hat Anrecht auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Daher sind die behandelnden Ärzte verpflichtet, auch Rentnern ein entsprechendes Attest der Arbeitsunfähigkeit auszustellen (unabhängig davon, ob als 450-€-Kraft beschäftigt oder anders). Allerdings zahlt nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber die Krankenkasse kein Krankengeld mehr, da der Rentner durch die erhaltene Rente als finanziell abgesichert gilt.

Mancher Rentner spart es sich daher, das Attest an die Krankenkasse zu senden.

Vorsicht hier: Wenn es zu einer Unstimmigkeit mit dem Arbeitgeber über die Verpflichtung zur weiteren Zahlung von Lohnfortzahlung kommt, kann so die Krankenkasse nicht als Ansprechpartner zur Verfügung stehen!

Beispiel: Ein Rentner erhält Lohnfortzahlung von 5 Wochen durch den Arbeitgeber aufgrund einer Nierenerkrankung. Nach Genesung geht er drei Tage arbeiten und erkrankt dann an einer schweren Erkältung. Der Arzt schreibt wieder ein Attest der Arbeitsunfähigkeit.

Nun behauptet der Arbeitgeber, die erneute Erkrankung beruht auf demselben Krankheitsbild, und zahlt nur noch eine Woche weiter Lohnfortzahlung.

Der Rentner muss nun nachweisen, dass es sich bei der zweiten Erkrankung nicht um eine Folge der ersten handelt. Dazu braucht er die Hilfe der Krankenkasse. Diese kann aber nur helfen, wenn die Belege für die Arbeitsunfähigkeit bei ihr eingegangen sind. Sie ist dann verpflichtet, die Unterlagen auch aufzubewahren.

,Im Beispielfall könnte dann der Rentner den Arbeitgeber per Fristsetzung auffordern, die Krankenkasse anzuschreiben und um Auskunft zu bitten.

Die Krankenkasse wird dann anhand der eingegangenen Belege eine Einschätzung vornehmen, im Zweifelsfall sogar den Medizinischen Dienst einschalten. Unterlässt der Rentner aber die Übersendung der Belege, dann kann die Krankenkasse nicht helfen.

Patienten sind immer in der Mitwirkungspflicht. Letztendlich geht es um EUER Geld!