„Perspektive Wachstum“ hat der Verlag (der auch der „Mutterkonzern“ der RZZ ist!) sein „Restrukturierungskonzept“ genannt, über das wir zwischenzeitlich berichtet haben. Nun sind die Verhandlungen mit dem MDS-Betriebsrat abgeschlossen.

Die Frage nach dem Wachstum muss man sich tatsächlich stellen, denn die Maßnahme hatte unter anderem zum Ziel, verschiedene ehemalige Verlagsangestellte in Tochterfirmen auszugründen, die dann – in der Theorie! – ein Eigenleben führen.
Bezogen auf die Zahl der Verlagsangestellten (in der Regel ordentlich bezahlte und abgesicherte Jobs) bedeutet das Konzept also sicher nicht „Wachstum“, sondern Schrumpfen. Von ehemals weit über 600 (vor dem Stellenabbau 2013/14 waren es sogar noch deutlich mehr!) Mitarbeitern verbleiben beim Verlag nur noch gut 200!
Viele neue Firmen sind gegründet worden: Druckerei, Buchhaltung, Anzeigenvermarktung, Blattplanung und etliche andere. Einige dieser Firmen sind sehr klein, so dass gar kein Betriebsrat gegründet werden kann. Der Wunsch der auszugründenden Kollegen/innen war deshalb einen gemeinsamen Betriebsrat mit dem Verlag zu erhalten, vor allem aber eine Arbeitsplatzgarantie (Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bei der Umsetzung des Konzepts und auch in Zukunft in den neuen Firmen) und der Erhalt der Tarifbindung. Der Betriebsrat (des Verlags) hat in harten Verhandlungen versucht, möglichst viel davon zu erreichen, aber am Ende muss man sagen, dass dies nur bei den gewerkschaftlich gut organisierten etwa 300 Kollegen/innen im Druckzentrum geklappt hat (soll heißen: Dort sind viele Arbeitnehmer bei der Gewerkschaft und damit auch streikfähig!).
Die weniger organisierten Kollegen/innen der anderen, meist kleineren Unternehmen, hatten das Nachsehen. MDS hat hier offenbar sehr klar kalkuliert, dass man auf wenig echte Gegenwehr stoßen wird. Einige dieser Arbeitsplätze sind bereits weggefallen. Eine Zu- oder Absicherung für die Zukunft gibt es nicht und einen Betriebsrat müssten die Kollegen/innen selbst gründen.
Die klare Kalkulation mit dem gewerkschaftlichen Organisationsgrad und den damit verbundenen Möglichkeiten zur Gegenwehr sollte auch uns Zustellern/innen sehr zu denken geben!