Schon seit einiger Zeit hat unser Arbeitgeber den Wunsch, unsere Vertriebsgebiete zu „optimieren“.

Würfel© Ingo Heuer

Die Bezirksstrukturen in unserem Zustellgebiet sind teilweise aus den unterschiedlichsten Gründen wirtschaftlich für unseren Arbeitgeber nicht mehr optimal. Der anhaltende Abo-Rückgang wird dies in Zukunft weiter verstärken. Daher hat der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse, diese Bezirke neu zuzuschneiden.

Im Gegenzug haben unsere Arbeitnehmer*innen ein berechtigtes Interesse, die abgesprochenen Arbeitsbedingungen möglichst unverändert zu behalten (s. auch Artikel „Neuer Arbeitsvertrag nötig?“).

Um hier für beide Seiten eine akzeptable Lösung zu finden, wurde ein „Testlauf“ für eine Gebietsoptimierung im Vertriebsbereich 20 (VB 20) zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat abgesprochen und durchgeführt (wir berichteten mehrfach in Eurer SammelSpitze). Die gewonnenen Erkenntnisse wurden nun bei zwei ganztägigen weiteren Einigungsstellenterminen besprochen.

Kernproblem bei einer Gebietsoptimierung ist, die benötigte Arbeitszeit für einen neu zugeschnittenen und damit noch unbekannten Bezirk möglichst gut im voraus abzuschätzen, damit die vertraglichen Arbeitszeiten auch bei geänderten Bezirken erhalten bleiben.

Bei dem Testlauf im VB 20 hat sich gezeigt, dass der hierzu verwendete Algorithmus des Geoinformationssystems „Sabris“ besonders bei kompakten Bezirken noch Schwächen hat.

Bei den Einigungsstellenterminen wurden für die Gebietsoptimierungen in den anderen VBs nun zwei Betriebsvereinbarungen vorbereitet, die auch eine leicht abgeänderte Berechnungsmethode für die prognostizierte Zustellzeit enthalten.

Diese prognostizierte Zustellzeit bleibt aber trotzdem nur ein erster Anhaltspunkt für die tatsächlich benötigte Zeit, die natürlich in Zeiten des Mindestlohns auch mindestens vergütet werden muss.

Es war uns daher wichtig, für die Fälle vernünftige Regelungen zu finden, in denen die prognostizierte Zeit für die tatsächliche Zustellung nicht ausreichend ist.

Die Entscheidung, ob diese Betriebsvereinbarungen von beiden Vertragsparteien (Arbeitgeber und Betriebsrat) akzeptiert werden, ist bei Redaktionsschluss dieser SammelSpitze noch nicht gefallen, steht aber kurz bevor.

Sollten bis zur nächsten SammelSpitze die nötigen Unterschriften vorliegen, werden wir natürlich in der SammelSpitze berichten und dann auch auf die Details der Betriebsvereinbarungen eingehen.

Das Thema „Gebietsoptimierung“ wird aber mit Sicherheit ein großes Thema bei den hoffentlich im Herbst wieder möglichen Betriebsversammlungen.