Unsere Arbeitszeiten verändern sich täglich. Dafür gibt es vielfältige Gründe.

Es beginnt an der Abladestelle. Hier macht es einen Zeitunterschied, ob 2,3,4,5,6,7… oder mehr Pakete wechselnd an verschiedenen Tagen gesucht, ausgepackt und sortiert sind.

Bevor dann die erste Zeitung gesteckt ist, muss noch die Laufliste aktualisiert werden. Je nach Umfang der Zu- und Abgänge wird auch hier eine stets sich verändernde tägliche Arbeitszeit benötigt.

Nicht zu vergessen ist der Aufwand (Lagerung und Sortierung) für die spätere mehr oder weniger legale Entsorgung von Verpackungsmüll aus Papier- und Plastik.

Erfolgt dann die „eigentliche“ Zustellung, so verläuft diese ebenfalls niemals wie an den Tagen zuvor. Verantwortlich sind vielfältige Faktoren. Nachfolgend einige Beispiele.

  • Das Wetter. Es macht schon einen Unterschied bei der Zustellung, etwa mit der Karre, ob ich zwischendurch 10 Zeitungen auf den Arm nehme und einzelne Hauseingänge beliefere, ober ob ich etwa bei Regen zu jedem Briefkasten die Karre mitnehmen muss, damit die Zeitungen nicht nass werden. Auch bei der Zustellung mit dem Auto dauert die Zustellung bei Regen länger. Denn zum Schutz vor Nässe müssen nun die Zeitungen jedes Mal in die Tragetasche umgepackt werden.
  • Donnerstags und am Wochenende erhöht sich in der Regel die Arbeitszeit wegen der zunehmenden Anzahl der Zeitungen (am Donnerstag durch die ZEIT und am Wochenende durch die Teilabonnenten). Das kostet zusätzlich Zeit.
  • Einfluss auf die Arbeitszeit hat nicht nur die Anzahl der Zeitungen sondern auch ihr Gewicht. Werden die Zeitungen in einem Standartpaket mit 60 Zeitungen angeliefert, können einzelne Touren oder Wege im Kreis vielleicht mit 25 Zeitungen abgelaufen werden. Bestehen die Standartpakete aber nur aus 20 oder weniger Zeitungen, dann hat sich das Gewicht jeder einzelnen Zeitung nicht nur verdoppelt sondern oft verfünffacht. Manch einer ist dann wegen des großen Gewichtes gezwungen, andere Wege zu gehen, die meistens zeitaufwendiger sind. Die Kolleginnen und Kollegen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, müssen wegen der Zeitungen mit großem Gewicht in aller Regel mehrmals die Abladestelle aufsuchen. Auch das kostet Zeit, die nicht immer vorhersehbar ist.

Nicht zu vergessen ist, dass die einmal erfasste Zustellzeit in einem Bezirk nicht auf jede Person übertragbar ist. Dafür sind die individuellen Unterschiede z.B. hinsichtlich der Statur, der Kondition, des Alters, der Gesundheit usw. bei jedem Menschen unterschiedlich. Alles Faktoren, die von keinem Geoinformationssystem wirklich erfasst werden kann.

Um eine realistische durchschnittliche Arbeitszeit zu ermitteln, ist eine längerfristige Protokollierung der täglichen Arbeitszeit unabdingbar; denn kein Tag ist wie der andere. Der einfachste Weg für eine zuverlässige Referenz der durchschnittlichen Arbeitszeit ist die schriftliche Fixierung der täglichen Arbeitszeit (Anfang und Ende) durch uns Zusteller/innen. Dies sollte mindestens einen Monat lang geschehen.

Im Zweifel haben die täglichen schriftlichen Aufzeichnungen eine höhere Beweiskraft als jede einmalig durchgeführte GPS-Vermessung.