Gerade bei den aktuellen Energiepreisen sollte man wissen, wie die Anfahrt zur Ablage und die Rückfahrt nach Hause vergütet wird.

Wie bei anderen Arbeitgebern auch, sind wir Zusteller*innen bei der Fahrt zur Arbeit zwar in der Regel über die Berufsgenossenschaft unfallversichert. Die Zeit gilt aber meist nicht als Arbeitszeit und die Fahrt muss auch vom Arbeitgeber nicht vergütet werden.

Der Gesetzgeber geht dabei davon aus, dass der Wohnort vom Arbeitnehmer selbst bestimmt werden kann und damit der Anfahrtsweg nicht dauerhaft vom Arbeitgeber beeinflusst wird.

Anders sieht es nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus, wenn Arbeitnehmer keinen festen bzw. gewöhnlichen Arbeitsort besitzen. In diesem Fall gilt die Anfahrt zur ersten Arbeitsstätte sowie die Rückfahrt vom letzten Kunden nach Hause als Arbeitszeit und muss demzufolge vom Arbeitgeber vergütet werden.

Entsprechend haben wir in unserer Betriebsvereinbarung (BV) „Arbeitszeit“ besondere Regelungen für unsere „Springer“ verabredet.

Springer sind nach der BV „diejenigen Personen, die sich bereithalten, um kurzfristig Arbeitsaufgaben zu übernehmen“.

Weiter steht in der BV: „Bei Springern zählt auch die Wegezeit vom Wohnort zum ersten Bezirk und vom letzten Kunden zurück zum Wohnort mit zur Arbeitszeit. Für das ausschließliche Zustellen der Stammbezirke gilt diese Regelung nicht.“

Daraus folgernd müssen unseren Springern diese Strecken sowohl mit Mindestlohn als auch mit 30 Cent/km bei KFZ-Nutzung vergütet werden.

Macht ihr also auch Urlaubs– oder Krankheitsvertretungen, so habt Ihr an den Vertretungstagen Anspruch auf diese Vergütungen. Vielleicht ein Grund mehr, durch Vertretungen die Urlaube der Kollegen und Kolleginnen leichter zu ermöglichen.