Wenn bei der Meldung und Weiterleitung von Arbeitsunfällen Vorschriften, sowohl von den Zustellerinnen und Zustellern, als auch von den Bezirksleitern nicht eingehalten werden, kann das gravierende Nachteile haben.

Wie ist der gesetzlich vorgesehene Weg? Da gibt es zwei mögliche Szenarien:

  1. Der Mitarbeiter meldet einen Arbeitsunfall, der nicht so schwerwiegend ist, dass eine Versorgung beim Durchgangsarzt oder im Krankenhaus nötig wäre. Dann ist der Arbeitsunfall aber auf jeden Fall vom entsprechenden Verantwortlichen in das Verbandbuch einzutragen. So kann eine Nachmeldung bei der Berufsgenossenschaft erfolgen, sollte sich später herausstellen, dass der anfangs so harmlos aussehende Unfall doch weitere Folgen hatte. Der Eintrag ins Verbandbuch bildet so gewissermaßen die Nachweisgrundlage gegenüber der Berufsgenossenschaft.
  2. Der Arbeitsunfall ist so gravierend, dass zur Behandlung der Durchgangsarzt bzw. das Krankenhaus aufgesucht werden muss. Hier muss schon der Verletzte darauf hinweisen, dass es sich um einen Arbeitsunfall handelt und die entsprechende Berufsgenossenschaft nennen (für uns: BGHW). Durchgangsarzt bzw. Krankenhaus wenden sich selbständig an die Berufsgenossenschaft. Trotzdem muss zusätzlich die Meldung durch den Arbeitgeber erfolgen.

Warum ist diese Vorgehensweise so wichtig insbesondere im ersten Fall? Ein Beispiel aus der Praxis soll dies verdeutlichen: Ein Kollege hatte sich beim Stecken der Zeitung an einem rostigen Briefkasten den Finger aufgeschnitten. Unerwartet kam es zu einer Entzündung und im weiteren Verlauf sogar zu einer Blutvergiftung. Der Kollege war insgesamt weit über ein halbes Jahr arbeitsunfähig. Wäre hier kein Eintrag ins Verbandbuch erfolgt, hätte die Berufsgenossenschaft den Unfall anzweifeln, Zahlungen und Behandlung verweigern können. So aber war der Kollege finanziell nach Ablauf der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber abgesichert durch das von der BG gezahlte Verletztengeld (in der Regel höher als das von den Krankenkassen gezahlte Krankengeld).

Leider hat mindestens ein Kollege zur Zeit nicht dieses Glück, sondern steht im Moment ohne jegliche finanzielle Absicherung da.

Der Betriebsrat hat über seinen Arbeitssicherheitsausschuss die Möglichkeit, das Verbandbuch einzusehen. Im Szenario 2 (siehe oben) wird dem Betriebsrat auch der Unfallmeldebogen für die Berufsgenossenschaft vorgelegt.

Weil die richtige Vorgehensweise extrem wichtig ist, bietet Euch der Betriebsrat seine Unterstützung an. Setzt Ihr auch den BR bei einem Arbeitsunfall in Kenntnis (telefonisch, per Email, durch Weiterleitung der Email an den/die Bezirksleiter/in,…), dann achten wir darauf, dass entsprechend der gesetzlichen Vorgaben dieser Arbeitsunfall eingetragen und gemeldet wird. Sollten weitere Fragen aufkommen bzw. Anfragen der BG zum Hergang des Unfalls zu beantworten sein, sind wir Euch gerne auch weiter behilflich.