Auch wenn Zeitungszusteller nicht unbedingt einen Vollzeitjob in der Zeitungszustellung haben – manche von uns sind nachts durchaus deutlich mehr als zwei Stunden unterwegs und das an sechs Tagen in der Woche.

Diese Nachtarbeit zwingt uns in einen Lebens- und Arbeitsrhythmus, der nicht unseren physiologischen Bedürfnissen entspricht. Wir arbeiten zu einer Zeit, in der unser Körper auf Schlafen eingestellt ist und sollen/müssen schlafen, wenn unser Körper wach sein will.

Das hat Auswirkungen auf die Hormonproduktion, die Körpertemperatur, die Verdauung, die Atmung: Der Mensch ist auf einen Tagesbetrieb programmiert und das lässt sich entweder gar nicht oder nur bedingt umprogrammieren.

Das hat Folgen:

  • Erhöhtes Unfallrisiko/Fahrunsicherheit durch Müdigkeit
  • Schlafstörungen (Tagesschlaf ist deutlich schlechter als Nachtschlaf)
  • Erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Probleme
  • Erhöhtes Risiko für Rückenschmerzen
  • Erhöhtes Diabetesrisiko
  • Erhöhtes Risiko für Übergewicht (was auch die Zustellung verlangsamen kann)
  • Gefahr von Bluthochdruck
  • Manche Forscher sehen sogar ein erhöhtes Tumorrisiko
  • Negative Auswirkungen auf das Sozialleben

Das ist auch der Grund, warum der Gesetzgeber im Arbeitszeitgesetz den Nachtarbeitnehmern einen finanziellen Ausgleich für diese Risiken zubilligt.

In jungen Jahren steckt der Körper diese Belastungen noch besser weg; aber mit zunehmendem Alter (Frauen ab 40 Jahren, Männer ab 50 Jahren) nimmt die Tiefe des Schlafes ganz allgemein ab, Schlafstörungen werden häufiger, der Körper braucht längere Erholungszeiten. Dies betrifft Nachtarbeitnehmer dann in ganz besonderer Weise. Und die Gefahr des Missbrauchs von Aufputschmitteln und Schlaftabletten steigt gleich mit.

Was kann man nun tun, um hier die möglichen Folgen von andauernder Nachtarbeit so gering wie möglich zu halten:

  • Schlafdefizit vermeiden (vor Lärm schützen, vor Licht schützen, genügend Schlaf)
  • Auf regelmäßige Mahlzeiten achten
  • Körperlich fit halten
  • Gesellschaftlichen Umgang pflegen
  • Vorsorgeuntersuchung für Nachtarbeitnehmer wahrnehmen

Wer sollte Nachtarbeit vermeiden, um seine gesundheitlichen Probleme nicht noch zu verschärfen:

  • Epileptiker (Gefahr vermehrter Anfälle)
  • Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
  • Diabetiker, die nicht gut mit ihrer Erkrankung umgehen können
  • Depressiv Erkrankte

Der Betriebsrat bittet Euch: Achtet auf Eure Gesundheit!