Vergangenen Monat sind wir vom Sturmtief Sabine nicht überrascht, aber heimgesucht worden. Sie hat sich ausgiebig angekündigt und in ganz Deutschland hat man sich bestens darauf vorbereitet.

Sabine
(Foto: I.Heuer)

F lughäfen wurden praktisch stillgelegt, der Bahnverkehr wurde eingestellt, Schulen und Kindergärten stellten den Betrieb ein. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz gab in seiner App „Nina“ die Warnung heraus, möglichst zu Hause zu bleiben und auch kein Auto zu fahren. Das öffentliche Leben kam im Großen und Ganzen zum Erliegen.

Je näher Sabine heranrückte, so nervöser wurden unsere Kollegen. Nicht nur das Bewusstsein, im kräftigsten Sturm unterwegs sein zu müssen, sondern auch das Warten auf eine Stellungnahme des Arbeitgebers, wie wir in der Nacht mit dem Sturm umgehen sollten, war nervend. So erreichten Euren Betriebsrat auch einige Fragen von den Kollegen, weil sie Angst hatten und nicht wussten, was zu tun ist. Eine Anfrage an den Arbeitgeber, blieb trotz seiner Führsorgepflicht unbeantwortet.

Stattdessen entschuldigte sich der Verlag im Kölner Stadtanzeiger bei Redaktionsschluss und somit vor Beginn der Zustellung schon einmal vorsorglich bei den Abonnenten für eine eventuell verzögerte Zeitungszustellung.    

Von einer Kollegin bekamen wir den Hinweis, dass immerhin einzelne Bezirksleiter die Zusteller darüber informierten, dass sie die Gefahrensituation selbständig abschätzen sollen. Keinesfalls müssten sie sich in Gefahr begeben! Notfalls könne die Zeitungszustellung entfallen!

Diese Hinweise wurden von den “Informierten“ nicht ausgenutzt. Sie haben entsprechend der individuellen Möglichkeiten Ihre Zeitungen in aller Regel zugestellt. Hinterher wurde sich bei Ihnen für den verantwortungsvollen Einsatz auch bedankt.

Der Umgang mit dem Sturmtief ist auch eine Frage des Betriebsklimas.

Manche Zusteller fühlten sich aber sicherlich allein gelassen.