In Situationen, wo Dinge oder Ereignisse einem nicht in den Kram passen, fallen oft Schimpfwörter; im Telefonat mit der Bezirksleitung oder in hitziger Debatte mit Vorgesetzten.

Frage: „Womit muss ich rechnen, wenn ich dem Chef bzw. der Chefin ein Schimpfwort an den Kopf geschmissen habe?

Kann mir gekündigt werden?“

Ja, im schlimmsten Fall ist mit einer Kündigung zu rechnen.

Bei der Beschimpfung anderer Personen handelt es sich zumindest um ein Fehlverhalten. Höfliches und respektvolles Verhalten unter uns und auch mit Vorgesetzten gehört zu den grundsätzlichen arbeitsrechtlichen Verpflichtungen. Beleidigungen können sogar strafrechtlich geahndet werden.

Ob eine Kündigung erfolgt oder nicht, hängt von der Beantwortung vieler Fragen zu den Umständen ab.

  • Wurde der oder die Vorgesetzte nur respektlos angegangen oder diskriminiert und schwer in der Ehre verletzt?
  • Welcher Ton ist in der Branche generell üblich?
  • Gab ein Wort das andere oder fiel das Schimpfwort hinterrücks und unvermittelt?
  • Unter vier Augen oder vor versammelter Mannschaft?
  • Erstmals oder schon wiederholt?

Bei abwägender Beurteilung können Konsequenzen von Verwarnung, Abmahnung bis hin zur Kündigung erfolgen.

Umgekehrt kannst Du Dich als Arbeitnehmer gegen verbale Verunglimpfungen durch Vorgesetzte wehren. Gemäß §84 des Betriebsverfassungsgesetzes solltest Du Dich zuerst an Deinen Betriebsrat wenden und ihn um Hilfe bitten. In der Regel wird der Betriebsrat das Unternehmen zur Unterlassung auffordern. Auch bei weiteren Maßnahmen für die Wahrnehmung Deiner Rechte wird er Dich solidarisch unterstützen.

 

(*) Der Begriff „Stinkfisch“ entstammt laut Wikipedia einer deutschen Redewendung: „der Fisch stinkt immer vom Kopf her“. Gemeint ist damit, dass die Verantwortung immer bei den Entscheidungsträgern liegt.