Es kann immer wieder vorkommen, dass man sich über den Arbeitgeber oder einen Kollegen/eine Kollegin ärgert und sich beschweren will. Aber welche gesetzlichen Regelungen gibt es hierzu im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)?

Euer Betriebsrat bekommt immer wieder Anrufe von aufgebrachten Kolleginnen und Kollegen, die sich ungerecht behandelt oder benachteiligt fühlen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein.

Oft hören wir am Ende eines solchen Telefonates, dass man sich nur mal den Frust von der Seele reden wollte. Auch dazu kann ein Betriebsrat gut sein. Ist es damit aber nicht getan, stehen dem Arbeitnehmer nach dem BetrVG verschiedene Wege offen.

§84 BetrVG regelt das direkte Beschwerderecht des Arbeitnehmers beim Arbeitgeber.

Hiernach kann der Arbeitnehmer sich direkt bei „den zuständigen Stellen des Betriebes“ beschweren. Er kann ein Betriebsratsmitglied zur Unterstützung hinzuziehen.

Die „zuständigen Stellen“ sind in aller Regel die direkten Vorgesetzten. Wichtig ist, dass es im §84 um individuelle Benachteiligungen geht. Allgemeine Missstände im Betrieb fallen nicht unter den §84.

Der Arbeitgeber muss über die Beschwerde bescheiden und ihr abhelfen, sofern er sie für berechtigt hält.

Obwohl das Gesetz klar regelt, dass dem Arbeitnehmer keine Nachteile aufgrund der Beschwerde entstehen dürfen, schrecken viele Kolleginnen und Kollegen vor diesem Verfahren zurück.

Das BetrVG bietet daher noch eine eventuell effektivere Beschwerdeform an.

§85 BetrVG regelt die Möglichkeit, Beschwerden an den Betriebsrat heranzutragen. Hält der Betriebsrat eine Beschwerde für gerechtfertigt und erreicht er keine Lösung mit dem Arbeitgeber, so kann er zur Not sogar eine kostenintensive Einigungsstelle erreichen. Ein Weg, der ohne Betriebsrat nicht möglich ist.