Nutzt Ihr in Eurem Bezirk ein Kraftahrzeug für die Zustellung, so habt Ihr Anspruch auf 30Cent pro gefahrenem km Aufwandsentschädigung.

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Es gab Zeiten, da wurde „Kilometergeld“ bei Einstellungsgesprächen fast wie ein zusätzlicher Verdienst behandelt. Dies war schon immer falsch und wäre bei den aktuellen Benzinpreisen vollkommen absurd.

Schon vor der letzten Preisexplosion durch den Ukrainekrieg waren diese 30Cent nicht mehr kostendeckend.

Sie sind aber leider sowohl vom Gesetzgeber (maximal steuerfrei auszahlbar) als auch von den meisten Arbeitgebern seit geraumer Zeit nicht den wirklichen Kosten eines KFZ angepasst worden.

Ein Teil unserer Zusteller*innen glaubt aber noch immer, sich den PKW mit dem Kilometergeld finanzieren zu können und möchte möglichst viel Strecke im Bezirk haben. Ein anderer Teil ist nicht mehr bereit oder finanziell in der Lage, den eigenen PKW für die Zustellung zu nutzen.

Wer ehrlich alle Kosten inkl. dem erhöhten Verschleiß bei der Zustellung durchrechnet, wird eher bei dem zweiten Teil landen.

Euer Betriebsrat wird daher versuchen, beim Arbeitgeber zukünftig eine Lösung für dieses Problem zu erreichen.

Es kann nicht sein, dass im Bereich des gesetzlichen Mindestlohns eine Aufwandsentschädigung nicht kostendeckend ist.

Da die reine Anfahrt und Rückfahrt zum und vom Arbeitsplatz vom Arbeitgeber nicht bezahlt werden muss (bei Springern gibt es besondere Regelungen), ist es im Rahmen der Gebietsoptimierung besonders wichtig, dass sich die nötige Anfahrt nicht vergrößert.

Bei unserem Verdienst dürfte die Steuerersparnis durch die Pendlerpauschale nicht ins Gewicht fallen.