Der vom Gesetzgeber vorgeschriebene jährliche Erholungsurlaub soll dem gesundheitlichen Schutz aller Arbeitnehmer/innen dienen.

Das Thema „Urlaub“ ist in unserem Betrieb ein „Dauerbrenner“. Grundsätzlich gilt kurz und knapp:

  1. Der Arbeitgeber hat den Urlaub entsprechend den gesetzlichen Anforderungen innerhalb eines Kalenderjahres zu gewähren.
  2. Urlaubsanträge dürfen nur aus dringenden betrieblichen Gründen abgelehnt werden. Dabei ist die Störung des Arbeitsalltags durch die An- oder Abwesenheit eines Arbeitnehmers kein ausreichender Grund. Der Arbeitgeber kann nicht Beginn und Ende des Urlaubs vorgeben, etwa für eine bessere Auslastung von Springern zu Weihnachten, denn:
    Beginn und Ende des Urlaubs bestimmen zuerst die Arbeitnehmer/innen allein und nicht der Arbeitgeber. Mit anderen Worten: Die Arbeitnehmer/innen dürfen grundsätzlich selbst entscheiden, wann sie im Jahr ihre Urlaubstage nehmen wollen.
  3. Die praktizierte geldwerte Urlaubsabgeltung im Januar des Folgejahres ist eine Möglichkeit, die viele Kollegen und Kolleginnen nicht ausschlagen wollen. Angesichts des Mindestlohns wollen sie damit ihre Lebenssituation verbessern.
    Bei der Urlaubsabgeltung ist festzustellen, dass dies ein sozialversicherungs- und steuerpflichtiges Einkommen darstellt. Hier ist Vorsicht geboten bei Personen, die eine Einkommensgrenze (z.B. Minijobber) einhalten müssen.
    Hat die oder der Arbeitslose wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Urlaubsabgeltung erhalten oder zu beanspruchen (auch wenn der Arbeitgeber diesen berechtigten Anspruch vielleicht verweigert), so ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld für die Zeit des abgegoltenen Urlaubs. Der Ruhezeitraum beginnt mit dem Ende des die Urlaubsabgeltung begründenden Arbeitsverhältnisses.

Der Gesetzgeber hat den gesundheitlichen Schutz aller Arbeitnehmer im Blick und dazu gehört u.a. der gesetzliche Erholungsurlaub.

Alles Weitere findet Ihr in der Betriebsvereinbarung „Urlaub“.