Mit der Lohnabrechnung für September wurde uns Zustellern im Oktober ein Schreiben der Geschäftsführung beigelegt, in dem Änderungen bei der Meldung von Mehrarbeit ab sofort mitgeteilt wurden.

Dieses Schreiben wurde Eurem Betriebsrat im Vorfeld nicht zur Kenntnis gegeben, ein Meldebogen Mehrarbeit von der Geschäftsführung zwar angekündigt, dem Betriebsrat aber ebenfalls nicht wie angekündigt vorab vorgestellt, obwohl es hier ein Mitspracherecht des Betriebsrates gibt.

Euer Betriebsrat hat sich diesen Meldebogen Mehrarbeit angesehen und diverse Verbesserungsvorschläge gemacht, die der Geschäftsführung übergeben wurden. Wir gehen zur Zeit davon aus, dass es zügig ein Verhandlungsgespräch gibt, sodass der Bogen zukünftig sicherlich bald anders aussehen wird. Auch muss noch über den Abgabetermin gesprochen werden, da es aufgrund von Vorschriften im Mindestlohngesetz nicht möglich ist, Lohnzahlungen in den übernächsten Monat zu verschieben.

Was fällt nun alles unter Mehrarbeit?

Wartezeit an der Abladestelle bis die Zeitungen geliefert werden – hier müsst Ihr aber die Regelungen in der Betriebsvereinbarung Arbeitszeit beachten!

Wartezeit auf Nachbestellungen von Zeitungspaketen und Fremdobjekten.

Arbeitszeit über die tägliche, planbare Arbeitszeit hinaus aufgrund verschiedenster Umstände wie

  • Zustellung einer erhöhten Anzahl Handwerksblättern
  • Zustellung einer erhöhten Anzahl Barmer-Hefte
  • Zustellung einer erhöhten Anzahl Zeitschriften

Erhöhte Zustellzeit in einem Vertretungsbezirk, die nicht über die Einarbeitungspauschale gedeckt ist

Falls nötig: Erstellen einer neuen Laufliste (z.B. nach Rückkehr aus dem Urlaub) bzw. Erstellen eines neuen Tourenbuches

Zustellung eines liegengebliebenen Bezirkes auf Anruf des Bezirksleiters ist zudem Mehrarbeit, die laut unserer Betriebsvereinbarung Innerbetriebliche Lohngestaltung mit mindestens drei Euro über dem geltenden Mindestlohn zu vergüten ist.

Diese Auflistung ist nicht vollständig, im Einzelfall kann es sicherlich auch zu anderen Formen von Mehrarbeit kommen. Mehrarbeit solltet Ihr auf jeden Fall melden, denn sie muss Euch vergütet werden. Der Betriebsrat möchte nochmals darauf hinweisen, dass Ihr auch nicht von Euch aus auf die Zahlung von Mehrarbeit verzichten dürft, wenn diese angefallen ist (Festsetzung im Mindestlohngesetz). Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund einer Einkommensgrenze Schwierigkeiten mit der Meldung von Mehrarbeit haben, melden sich bitte beim BR.