Über Stock und über Steine – bricht sich garantiert nicht mal die Beine…. Summ summ summ.

Dieses etwas veränderte Kinderlied betrifft plötzlich auch uns Zusteller. Mehreren Presseberichten zur Folge testet u.a. der Heinen Verlag (Kölnische Rundschau) die Zeitungszustellung per Drohne im ländlichen Raum. Das vom Heinen Verlag anvisierte Testgebiet soll zwischen Köln und Aachen liegen.

Die von der Bundesregierung im November 2019 noch vor der Corona Pandemie beschlossene Förderung speziell der Zustellung von Tageszeitungen und Anzeigenblättern ist dank guter Lobbyarbeit u.a. der Madsack- und Funke- Mediengruppe immerhin mit gut 40 Millionen Euro ausgestattet.

Viel Geld für die Zustellung von Tageszeitungen und Anzeigenblättern im ländlichen Raum – und nur um den soll es derzeit gehen.

Doch wie soll die Zustellung funktionieren?

Eine Drohne soll, so übereinstimmende Presseberichte, 30 Tageszeitungen aufnehmen können.

Diese werden in einer Flughöhe von rund 3 Metern dann mit einer derzeit unbekannten, aber vom Heinen Verlag patentierten „Verteileinrichtung“, in den Vorgärten und auf den Grundstücken der Abonnenten abgeworfen.

Selbstverständlich sind die so zugestellten Tageszeitungen einzeln foliert und damit angeblich gegen äußere Einflüsse wie Regen etc. geschützt. Alles Klar?

Vom Abonnenten wird also zunächst einmal erwartet, dass er seine Zeitung im Vorgarten sucht. Ein toller Gedanke – nicht wahr ? Das passt dann optimal zu unseren Zustellhinweisen:

„Kunde wünscht Zustellung in BK/links“

Ferner muss der Abonnent, aber wohl auch die unmittelbaren Nachbarn, eine Überfluggenehmigung für Grundstücke erteilen, denn jeder der einmal eine Arbeitsdrohne im Einsatz gesehen hat (u.a. DHL Drohnen in Bonn ) weiß, dass Drohnen recht viel Lärm verursachen können.

Doch nun der absolute Spaßfaktor:

„Kollege“ Drohne stellt computergesteuert Zeitungen zu und dies selbstverständlich kostengünstiger als die ohnehin vom Mindestlohn gebeutelten klassischen Zusteller. Kann das sein?

Sicher: „Kollege“ Drohne wird nie krank, hat keinen Urlaub und fordert nicht einmal Mindestlohn. Hört sich gut an, aber:

„Kollege“ Drohne kann mit einer Beladung offensichtlich auch nicht mehr als 30 Zeitungen ausliefern. Dann muss „Kollege“ Drohne zurück, ein neues Packstück laden und summ summ summ zurück zum nächsten Abonnenten.

Daneben hat „Kollege“ Drohne bei schlechtem Wetter, insbesondere Regen und Sturm, natürliche Berührungsängste mit den Naturbegebenheiten, die jeder von uns problemlos meistert.

Dass „Kollege“ Drohne keine Anschaffungskosten, keine Wartungsarbeiten und keine Updates der Steuersoftware benötigt ist klar - oder?

Bleibt zu hoffen, dass es für solch eine Zukunftsvision keine Förderung aus dem 40 Millionen Euro Topf gibt.

Bei menschlichen Zustellern wäre das staatliche Geld sicher besser aufgehoben.