Die Forderung nach einer Lohnuntergrenze von 12,00€, wie sie auch der DGB anmahnt, soll zukünftig in Deutschland langsam Realität werden.

Die Mindestlohnkommission hat sich „in schwierigen Verhandlungen und einem wirtschaftlich turbulenten Umfeld“ auf eine Anhebung des heutigen Mindestlohnes von 9,35€ auf irgendwann einmal 10,45€ geeinigt. Der Weg dahin soll in 4 Schritten gegangen werden. 

1.      Ab 1. Januar 2021       9,50€
2. Ab 1. Juli 2021  9,60€
3.  Ab 1. Januar 2022  9,82€
4-. Ab 1. Juli 2022  10,45€

 

Bis zum 30.Juni 2022 will die Mindestlohnkommission dann ihre weiteren Empfehlungen für die Erhöhung des Mindestlohnes beraten und für die folgenden Jahre festlegen.

Die Richtung stimmt! Doch bei den kleinen Trippelschritten von einigen Cent Mindestlohnerhöhung pro Jahr wären die vom DGB geforderten 12,00€ Mindestlohn wahrscheinlich erst Ende 2027 erreicht.

Ein Hinweis: In unserem Nachbarland Luxemburg gilt bereits schon heute ein gesetzlicher Mindestlohn von 12,38€. In Frankreich sind es derzeit 10,15€ und in den Niederlanden 10,14€. Das gilt übrigens auch für Zeitungszusteller!

Eine zügige Mindestlohnerhöhung ist nötig. Arbeitende Menschen dürfen nicht am Existenzminimum leben. Sonst werden sie fortgesetzt auch im Alter am falschen Ufer stranden und dazu verdammt sein, von der Allgemeinheit eine Grundsicherung erbetteln zu müssen.

Befürchtungen, dass durch das Mindestlohngesetz die Wirtschaft Schaden nimmt, haben sich nicht bestätigt. Nach einer Umfrage des DGB befürworten selbst Unions– und FDP-Anhänger mehrheitlich eine Anhebung auf 12,00€.