Leider waren die Bemühungen, den oft zitierten Aboschwund mit den Objekten Hörzu und Gong auszugleichen, wohl letztendlich nicht erfolgreich.

Nach Auskunft der Geschäftsführung im Wirtschaftsausschuss des Betriebsrates hat die Funke Mediengruppe deutschlandweit, auch bei anderen Verlagen, die Zustellung vieler Objekte anderweitig vergeben.

Im Klartext bedeutet dies, dass mit diesen Objekten in Zukunft wohl nicht die sinkenden Abozahlen bei DuMont kompensiert werden können.

Fragt sich, woran der Auftrag gescheitert ist? Rückfragen nach der Reklamationsquote ergaben immer, dass wir Zusteller gute Arbeit leisten und es wenig Reklamationen gibt.

Es lag wohl nicht an den Zusteller/innen, den Bezirksleiter/innen oder der Geschäftsführung, sondern eher schlicht an unklug ausgehandelten Vertriebsverträgen. Besonders haben uns die kurzen Kündigungsfristen gewundert.

Letztendlich hat uns wahrscheinlich einfach ein Mitbewerber unterboten.

Das „Hüh und Hott“ – oder wie wir im Bergischen sagen: „Rein in die Kartoffeln – raus aus den Kartoffeln“ ist auf Dauer für alle Beteiligten ein absolut unhaltbarer und unkalkulierbarer Zustand.

Gerade als offene Vertriebsgesellschaft ist es erforderlich, sich langfristig aufzustellen und im Markt durch Preiswürdigkeit, Organisationsvermögen und Beständigkeit zu überzeugen.

Die Annahme, dass die Zeitungszustellgesellschaften zu teuer in der Verteilung wären und deshalb der Auftrag aufgekündigt wurde, kann stimmig sein, doch ob sie auch gerechtfertigt ist?

Die RZZ befindet sich im Umbau. Das ist kein leichter Akt, da die bereits bestehenden Strukturen angepasst und unter Umständen sogar neu strukturiert werden müssen. Auftraggeber und Auftragnehmer sind hier gleichermaßen gefordert.

Leistung hat einen Preis. Dieser kann zu hoch oder auch zu niedrig bemessen sein, jedoch sollten sich Auftraggeber und Auftragnehmer darüber im klaren sein, dass ausschließlich eine verlässliche langfristige Zusammenarbeit den gewünschten Erfolg erbringen kann.

Natürlich kennen wir das Angebot der RZZ nicht, wir sollten uns aber nicht zum Schleuderpreis verkaufen.

Fakt ist: Im Vertriebsgebiet des Kölner Stadt Anzeigers und der Kölnischen Rundschau haben wir jeden Morgen hunderttausende „Direktkontakte“ zu Abonnenten. Vielleicht sollten wir als RZZ einmal darüber nachdenken, welche Services wir optional zur Verteilung der Tageszeitungen anbieten können, um dem Aboschwund zu begegnen. Möglich ist da vieles, auch wenn es nicht unbedingt mit der klassischen Verteilung von Objekten und Tageszeitungen zu tun hat.

Auch wenn es entsprechende Überlegungen bei DuMont sicher gibt, aktuelle konkrete Vorhaben sind uns bisher nicht genannt worden.