Bei jeder Erhöhung des Mindestlohns stellt sich bei uns auch immer die Frage nach der maximal möglichen Arbeitszeit für Minijobber.

Die schon vor der Bundestagswahl beschlossene Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf €9,82/h zum 01.01.2022 bedeutet für die Kolleginnen und Kollegen bei der RZZ Köln Rheinland, dass spätestens ab einer täglichen Arbeitszeit von 1 Stunde 45 Minuten die aktuelle Minijobgrenze von €450 überschritten wird. Leider gibt es einige Umstände (geleistete Mehrarbeit, Anspruch auf Weihnachtsgeld, sozialversicherungspflichtige Zulagen bei Urlaub oder Krankheit, etc.), die auch schon deutlich vorher zum Überschreiten der Minijobgrenze führen.

Die nächste Erhöhung zum 01.07.2022 auf dann €10,45/h ist ebenfalls schon beschlossen und reduziert die maximal mögliche wöchentliche Arbeitszeit dann auf ca. 10 Stunden.

Im Koalitionsvertrag ist nun eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf €12/h in einer „einmaligen Anpassung“ verabredet. Leider findet sich hierfür kein Termin im Koalitionsvertrag.

Den Ampelkoalitionären scheint aber die Problematik für Minijobber zumindest bewusst zu sein.

Damit nicht mehr jede Mindestlohnerhöhung für Minijobber im Mindestlohnbereich zwangsläufig zu einer Reduzierung der möglichen Arbeitszeit führt, soll die Minijobgrenze zeitgleich mit der Anhebung des Mindestlohns auf €12/h dann auf €520 steigen und sich danach an einer wöchentlichen Arbeitszeit von 10 Stunden im Mindestlohnbereich orientieren.

Ob und wie genau diese Vorhaben rechtlich umgesetzt werden, muss noch die Zukunft zeigen.

Es wären nicht die ersten Koalitionsvereinbarungen, die nie den Weg in die Gesetzgebung finden.

Aber schon mit Blick auf die Erhöhung im Juli 22 sollten Minijobber in Absprache mit dem Arbeitgeber eine wöchentliche Arbeitszeit deutlich unter 10 Sunden (täglich 1 h 40 Min) anstreben.