Laut Ampelkoalition soll die Minijobgrenze von derzeit €450 zum 01.Oktober 2022 auf €520 angehoben werden.

Begründet wird dieser Schritt mit der zeitgleich geplanten Anhebung des gesetzlichen Mindestlohnes auf dann €12 je Stunde. Arbeitnehmer*innen im Mindestlohnbereich sollen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 10 Stunden unter der Minijobgrenze bleiben.

Aber Achtung: Diese genannte Stundengrenze ist nur theoretisch nutzbar. Die genauen Gesetzesformulierungen stehen natürlich noch nicht fest. Sollten aber außer der Minijobgrenze die weiteren gesetzlichen Regelungen unverändert bleiben, fällt mindestens in folgenden Fällen die mögliche Wochenarbeitszeit teils deutlich geringer aus:

  1. Weil ansonsten in Monaten mit 27 vergütungspflichtigen Tagen die €520-Grenze überschritten wird. Dies ist für Minijobber nur zweimal im Jahr erlaubt.
  2. Falls Ihr eigentlich sozialversicherungsfreie Zulagen erhaltet (z.B. Nachtzulage), die aber bei Entgeltfortzahlung (Urlaub oder Krankheit) in den sozialversicherungspflichtigen Tagessatz gerechnet werden müssen.
  3. Falls Ihr Anspruch auf Weihnachts– oder Urlaubsgeld habt
  4. Falls Ihr Mehraufwand habt (z.B. durch Zeitschriften oder Druckverspätung).

Natürlich wollen viele Minijobber die mögliche Grenze auch optimal ausnutzen.

Wie Ihr sehen könnt, ist dies aber nicht ganz einfach. Wir beraten Euch gerne, auch zum Thema Arbeitszeitkonto, das eine möglichst exakte Ausnutzung der Minijobgrenze ermöglichen würde.

Insbesondere vor der in vielen Vertriebsbereichen noch anstehenden Gebietsoptimierung raten wir dringend dazu, frühzeitig Kontakt mit dem Arbeitgeber aufzunehmen, falls Ihr Eure Arbeitszeit reduzieren wollt, damit Ihr nicht irgendwann von unnötigen Abzügen überrascht werdet.